Zielgruppen

Die größte Zielgruppe der Einfachen Sprache sind wir alle. Die „Nicht-Fachleute“, die sich nicht mit Fachchinesisch, Behördensprache, Juristendeutsch, Politikerjargon etc. herumschlagen wollen. Die breite Bevölkerung ist dankbar, wenn Inhalte verständlich und ansprechend vermittelt werden.

Für Menschen mit eingeschränkten Deutschkenntnissen ist die Einfache Sprache eine große Hilfe. Hierbei geht es nicht nur um Fachinhalte, sondern um die generelle Verständigung. Typische Zielgruppen der Einfachen Sprache sind:

  1. Zugewanderte (Geflüchtete, Studenten, Arbeitnehmer aus dem Ausland, …)
  2. Touristen aus anderen Ländern, die wenig Deutsch sprechen
  3. Menschen mit Schwierigkeiten beim Lesen oder Lernen, mit Autismus, Legasthenie, Demenz, geistiger Behinderung, …
  4. Menschen mit Deutsch als Zweitsprache (DaZ) oder als Fremdsprache (DaF)
  5. Funktionale Analphabeten und Menschen, die an einer Aphasie leiden
  6.  

Sprache lässt sich nicht in „leicht“ und „schwer“ unterteilen. Dieses Verständnis liegt auch der Einfachen Sprache zugrunde. Ob Sprache schwierig ist, entscheidet sich in der Wahrnehmung des Lesers oder Hörers. Es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen Abstufungen. Jede Zielgruppe braucht eine bestimmte und auf sie zugeschnittene.

Die Situation in Deutschland

Eine Studie der Uni Hamburg kam 2018 zu dem Ergebnis, dass 16,8 Millionen der erwachsenen Menschen in Deutschland Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben haben (Level-One-Studie LEO, Uni Hamburg 2018).

6.2 Millionen können zwar Buchstaben, Wörter oder Sätze erkennen, jedoch keine zusammenhängenden Texte lesen. Man spricht von sogenannten funktionalen Analphabeten.

Darüber hinaus haben 10,6 Millionen größere Probleme beim Lesen und Schreiben.

Für alle diese Menschen ist der Zugang zu schriftlichen Informationen teilweise erheblich erschwert oder sogar unmöglich. Was diese Einschränkung im Alltag bedeutet, kann man sich kaum vorstellen.